Kämpfe
*
Mein Körper sackt in sich zusammen.
Ich habe keinen einzigen Knochen mehr im Leib, sie sind zerbröselt, zu Staub zerfallen.
Ich kann mich nicht an meinem Schopf ziehend wieder aufrichten. Dieses Mal nicht.
Meine Beine, sie sind ganz schwach, praktisch nicht mehr vorhanden.
Es tut mir so leid dich zu enttäuschen.
Dass ich es wieder nicht schaffe. Die Scham lässt meine Knochen brechen. Dein Blick bricht mein Herz.
Doch ich bin auch wütend, ein wenig, dann ein wenig mehr. Auf mich aber auch auf dich.
Hast du es vergessen? Oder möchtest du es gar nicht wissen?
Warum setzt du mich unter Druck?
Warum die vielen Fragen?
Sie klingen nicht nach Interesse, sie klingen nach Anklagen.
Du schleuderst sie mir entgegen und schwingst sie wie die Pica im Stierkampf und die Muleta ist deine verdammte Verwirrung.
Warum bist du verwirrt?
Wie oft willst du es mich noch sagen hören, wie oft soll ich mich erklären, du scheinst es ja doch immer wieder zu vergessen?
Wann kapierst du endlich, dass ich nicht funktioniere wie du? Wie die anderen?
Wann siehst du dass ich kämpfe und kämpfe und sich trotzdem nur minimal etwas ändert, dass es nicht konstant ist, sondern einem unberechenbaren Weg folgt?
Es wird nicht besser nur weil du es verlangst, es wird nicht mal besser wenn ich es selbst von mir verlange.
Diese Erwartung tut weh, sie hilft nicht, sie macht mich schwach.
Es bricht jedes Mal etwas, wenn das passiert.
Dieses Mal ist kein Knochen mehr übrig.
Dieses Mal bricht noch so viel mehr.-S.
Die letzten drei Sätze? Oh, mein armes, dummes Herz. Was passiert denn hier bloß. Mit dir, und mir, und uns allen, und wie wir's dann verschlüsseln und ins Internet stellen, weil irgendwo muss das ja hin, sonst wird man noch verrückt. (Dabei hab ich meinen Verstand doch schon längst verloren, und die letzten Krümel, die davon noch übrig geblieben sind, muss ich immer wieder, immer weiter runter brechen, damit ich sie in die letzten Zeilen auch noch setzen kann.) Und was ist das hier bitte für ein Kommentar, ey, ich würde mich ja entschuldigen, ich hab Fieber und wasweißichnichtsonst, aber deine Worte machen was mit mir, manchmal tun sie das, und dieses Mal tut es mir gar nicht Leid. Ich kann da aber keine Meinung zu haben, ich weiß ja nicht mal worum es eigentlich geht, aber Worte sind wie'n Spiegel und manchmal funktioniert das Prinzip, dann erkennt man sich darin.
AntwortenLöschenIch wünsch' dir einen Weg, weißt du, der vielleicht irgendwann etwas berechenbarer wird, aber gleichzeitig, weiß ich, ist das hier das Leben, und wenn das Bestandteil ist der Gleichung, sind wir doch alle verdammt schlecht in Mathematik. Und ich bin das sowieso. Das steht meinem Wünschen aber nicht im Weg. (Zuallererst hätte ich mir vielleicht mal ne gute Besserung wünschen sollen, dann hätte ich vielleicht nie versucht, das, was ich von der Wahrheit zu kennen glaube, in dieses Kommentarfeld zu pressen. Ich hoffe du, äh, hast beim Lesen keinen Schlaganfall bekommen. Falls doch, lass es mich wissen, ich kenne mich nicht nur mit den Ursachen, sondern auch den Auswirkungen aus.)
Ich leg mich jetzt ins Bett oder so, kann man ja keinem mehr zumuten. Gezeichnet: jemand, der sich kaum noch traut, das hier mit seinem Namen zu unterschreiben. R.
Über die Sinnhaftigkeit alles in Texte verarbeitet ins Internet zu blasen habe ich mir schon so oft den Kopf zerbrochen- und habe mein Schicksal nun akzeptiert.
LöschenWenn es Sommerhaus der Stars geben darf oder ein Herr O Dschungelkönig werden darf, dann dürfen auch meine und auch deine und sonstwelche Texte existieren. Niemand muss das lesen, der es nicht möchte und mir- glaube ich- hilft es irgendwo/wie vielleicht auch mal wann.
Ist völlig okay wenn das als Spiegel funktioniert oder als minimaler Anstupser wohin auch immer.
Es muss nicht immer vollends verstanden werden.
Tja der unvorhersehbare Pfad ist das Leben, ist man selbst, ist eine Störung, Angst oder Trauma.
Manchmal auch alles zu ungleichen Teilen und es gibt (viele) Menschen, die das nicht verstehen weil sie niemals auch nur in die Nähe dieses Pfades gekommen sind.
Und dann sitzen sie da und glotzen und denken, sie stellen bloß dumme Fragen aber sie beurteilen und noch schlimmer, verurteilen und du weißt es und die Person auch aber du kannst den Weg einfach nicht ändern weil der so tief sitzt und eine unfassbare Ähnlichkeit mit dem Gewirr der vielen Venen, Adern, Äderchen, Kapillaren eines Menschen hat. Wer dieses Bild mal gesehen hat, hat womöglich erstmal gekotzt und es dann nie mehr vergessen.
Keine Sorge, ich habe- glaube ich- keinen Schlaganfall bekommen. Sollte ein Augenlid auf Halbmast hängen, würde ich mir eventuell Sorgen machen, ansonsten gebe ich oft unzusammenhängendes Zeug von mir, das fällt als Indikator wohl weg, lol.
Gute Besserung!!! (drei wegen der Intensität der Genesungswünsche)
Silver♡
(Ach mit nur einem Buchstaben zu unterzeichnen ist doch nice, ist so alter Landadelmäßig.. obwohl die eher mit Titeln und Namen prahlen, Silver die Erste von und zu abermals.
Ok, ja, dann ist es eben cool und mysteriös, mysteriöser noch als Rain, Silver, Cloud oder Indigoblue. Vielleicht wechselte ich deswegen zum schlichten S., ich weiß es doch selbst nicht)
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
LöschenOh wow, was für ein intensiver Text! Ich muss beim Lesen kurz innehalten. Erwartungen von anderen, aber auch die an uns selbst, können unglaublich weh tun. Und ich glaube, genau das ist es, was uns manchmal bricht: wenn wir spüren, dass wir sie nicht erfüllen können. Dabei ist der Mensch doch so viel mehr, als was er leistet oder erfüllen sollte.
AntwortenLöschenIch wünsche dir ganz viel Kraft.
Viel Liebe,
Yara
Vielen Dank für deine Worte♡
LöschenLiebe Silver, Erwartungshaltungen dürfte es gar nicht geben. Menschen, die etwas erwarten und noch dazu rund um die Uhr, die haben meist kein so großes Selbstbewusstsein, haben in einem schwachen Moment des Gegenüber erkannt, dass sie sich an diesem Menschen so richtig ausleben können - im negativen Sinne. Und so etwas steigert sich, weil man für sich erkannt hat, da geht noch mehr. Ja, solche Menschen verteilen gern Schmerz, Angst.
AntwortenLöschenIch bewundere Menschen, die dem erst einmal standhalten, und die sich dann auch wehren (obwohl es sicher nicht viel bringt). Und ich bewundere dich, dass du über solche Themen schreibst, ob sie dich nun betreffen oder nicht. Dann wünsche ich mir immer Gleichgesinnte, die das lesen, damit sie daraus eine Erkenntnis ziehen können, die helfen kann.
Dir liebe Grüße,
herzlichst, Edith
Danke liebe Edith,
LöschenJa, ich erlebe alles was ich hier schreibe. Ob es nun ein Gedanke ist, die Verhangenheit, Gegenwart oder mein Umfeld oder eine Beobachtung.
Das Erleben ist immer da.
Ich weiß gar nicht ob man keine Erwartungen gegenüber anderen haben kann.
Zu erwarten, dass man erstmal neutral behandelt wird ist ja auch eine Erwartung, also dass man so grundsätzliches voraussetzt.
Wenn jemand aber bescheid weiß und dennoch wider besseren Wissens Erwartungen, man könnte auch sagen Hürden, aufstellt, die gar nicht erfüllt/überwunden werden können- das ist ätzend.
Und oft waren äußerst negative Erfahrungen damit verknüpft, dass andere so taten, als wäre das nichts, als müsste ich alles hinnehmen.
Das macht einen fertig kann ich dir sagen.
Also nein, es war zu oft niemand da, der mich irgendwie unterstütze oder auch nur Verständnis zeigte.
Wenn das heute passiert, erstarren ich entweder zu Eis oder ich explodieren, was meist etwas endgültiges hat.
Danke für deine Worte:)
Du hast Recht, Erwartungen hat man immer, nur solche dürfte es tatsächlich gar nicht geben. Solche Menschen haben wenig menschliches.
LöschenUnd wenn dies noch abgetan wird, so als wäre doch gar nichts, also dann wäre ich auch am Boden, dann würde ich am Menschen zweifeln. Doch, was einem selbst nicht passiert, wird ja oft verharmlost...
Dir alles Liebe
mit herzlichem Gruß von mir.
Hallo Silver,
AntwortenLöschendas ist ein sehr berührender und intensiver Text, den du hier veröffentlicht hast.
Ich kenne dieses Gefühl, dass man sich unverstanden fühlt (wer kennt dieses Gefühl nicht?) oder dass man genau zu wissen glaubt, was der andere denkt. Aber das ist ein Irrglaube. Denn jeder Lebensweg ist individuell, Menschen empfinden, denken und fühlen nicht gleich. Sicherlich gibt es Menschen, mit denen man sich verbunden fühlt und die vielleicht auch vieles mit einem teilen. Aber zu meinen, dass man sich in den anderen immer und zu jeder Zeit hineinversetzen kann, das kann nicht funktionieren.
Aber es ist auch nicht immer leicht, sich das bewusst zu machen.
Dein Text stimmt nachdenklich und berührt. Vielen Dank, dass du ihn hier geteilt hast! <3
Ganz liebe Grüße
Tanja 🤍
Ich bin mir nicht sicher ob ich deinen Kommentar richtig verstehe.
LöschenAber ich taste nicht stumm im Dunkeln umher und bilde mir bloß ein, jemand könnte dies oder das denken.
Mir wird das deutlich mitgeteilt.
Auch ist mir klar, dass nicht jeder immer die gleichen Erfahrungen gemacht hat.
Mir ist das sehr klar. Nur der anderen Person ganz offensichtlich nicht.
Wenn man jemanden mehrmals deutlich mitteilt, was geht und was nicht, und die Person trotzdem immer wieder diese Grenze überschreitet, dann muss ich mich fragen, ob die Person dieses Prinzip auch verstanden hat. Vermutlich nicht, oder?
Selbst Kommunikation hat nicht geholfen weil sie es einfach weiter ignorieren, weil, in meinem Fall halt mir, mein Erleben, Erfahrungen und Bedürfnisse einfach abgesprochen oder übergangen werden.
Und das liegt nicht daran, dass die es nicht verstehen weil sie es nicht erlebt haben, sondern aus Ignoranz.
Was, by the way, auch eine mächtige Waffe sein kann- etwas 'nicht verstehen zu können/wollen'.
Das ist als würde jemand dich beleidigen und du sagst, dass dich die Worte verletzen und dir dann gesagt wird, ja, sei halt nicht verletzt.
Als würde man einem Blinden sagen, schau halt mal genauer hin.
Das ist einfach ein wegschieben von Verantwortung, oder um es größer zu machen- gaslighting, das ist pures ignorieren von Tatsachen.
Ich werde scheiße behandelt und adressiere das und werde angemacht, wieso ich denn 'so bin', das vorher wird dabei geflissentlich ignoriert.
Das vorher wird immer sehr gerne übersehen.
Ne lass mal, ich wünschte mir, Leute wären weniger Ignorant und Ichbezogen und die wären mal bereit, mehr zuzuhören und andere zu akzeptieren, das wäre mal ein Anfang, denn ich bin langsam müde davon.
Das geht auch, ohne sich hineinzuversetzen. Einfach mit Akzeptanz.
Wenn man das nicht kann, ist es völlig fein- nur dann darf man sich nicht hinstellen und Forderungen stellen.
Irgendwie ist es fast lustig weil dein Kommentar so ein Paradebeispiel ist.
Liebe Grüße!
Du hast einen mitreißenden Schreibstil!
AntwortenLöschenLiebste Grüße
Cyra
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Vielen Dank Cyra, das freut mich ungemein, ein schönes Kompliment.
LöschenNa dann schaue ich mal bei dir rein:)
Liebe Grüße!