10 Minuten- Dieses Etwas


Ich hatte, ich brauchte immer etwas von Interesse.

Etwas, das mein Feuer am Brennen hält, das mich nicht weniger als am Leben hält.
Etwas, in das ich mich hineinstürzen kann, was mich voll und ganz verschlingt.
Nichts anderes war wichtiger, nur das
und es war jedes Mal ein Abenteuer herauszufinden, was es dieses Mal wird.
Aber seit geraumer Zeit schon ist das Feuer nicht mal mehr ein Glühen.
Es erhellt keine schwarzen Nächte mehr, zieht mich nicht durch den Tag.
Lässt mich auf nichts mehr freuen oder hoffen, da ist nur ein leerer Raum, der aussieht, als wäre er eilig ausgeräumt worden, fluchtartig verlassen.
Es zieht durch gesprungene Fenster, undichte Türen, es ist kalt, alles getaucht in schummrig staubiges Licht und kein Geräusch ist zu hören.
Kein Wind in den Blättern, kein Vogelzwitschern, kein entferntes Rauschen irgendeiner Straße. Da ist überhaupt gar kein Anzeichen von Leben.
Ich höre mein Herz stolpern und meinen stockenden Atem, der in gespannter Stille auf dieses Etwas wartet.
Aber ich weiß gar nicht, wofür, nicht, wozu ich warte.
Nicht, warum.
Die weiße Flagge ist gehisst.
Alles, was ich will, ist, mich zusammen zu rollen, meine Augen zu schließen und in einen dieser Träume zu fallen, der dich nicht mehr hinaus lässt.-S.

                               *

"He who has a why to live for, can bear almost any how"
~Friedrich Nietzsche

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