Recap
Recap
Nein, ich fühle nichts, tut mir leid.
Wie vehement und fast verzweifelt du deine Zunge in meinen Rachen stößt. Gräbst du nach Gold?
Wonach auch immer du suchst, wirst du hier garantiert nicht finden.
Du gräbst trotzdem weiter.
Du hältst mich fest aber es fühlt sich an wie eine Umklammerung, die mir die Luft aus den Lungen quetscht.
Wir ringen, wir kämpfen.
Du bist da, immer da aber es fühlt sich an wie eine Überwachung.
Ich erzähle und du schweigst und ich merke, dass meine Worte nicht zu dir durchdringen.
Trotzdem hängst du tonnenschwere Gewichte, Bedingungen und Erwartungen an jedes meiner Worte, zwingst mich dazu, zu schweigen, abzuwägen, sehr bedacht zu sein.
Sagst du was ich hören möchte?
Würdest du das nur tun, denn du sagst ja gar nichts.
Du schaust mich an aber ich bezweifle, dass du mich wirklich siehst.
Es ist schwer mit seinem eigenen Schatten zu konkurrieren.
Du hast Angst aber anstatt es mir zu sagen, machst du mich dafür verantwortlich.
Noch mehr Gewichte.
Du kontrollierst mit Blicken, strafst mit Schweigen, siehst immer nur schwarz, überall Gefahr, nur du weißt mehr als alle anderen.
Niemand, den ich mag, magst du, jede einzelne Person ist in deinen Augen schlecht, will mir ja nur böses.
Aber du hast 100 Freunde, ich habe niemanden.
Die, die mir tatsächlich schaden siehst du komischerweise nicht, Hauptsache, sie mögen dich.
Niemand würde mich lieben. Ein unmögliches Vorhaben, du bist der Held.
Ich fühle mich hilflos aber du lässt mich hängen.
Jeder hat ja immer Gründe, ich muss das aushalten, verstehen, verzeihen.
Mir ist das nur zu vertraut. Und so lasse ich es geschehen.
Ich bin da, aber nicht wirklich.
Es schien, als würde ich mich langsam auflösen und ich war bereit, meinen Frieden damit zu machen.
Doch dann wurde ich wütend, so unsagbar, unaufhaltbar wütend.
Plötzlich war alles klar, so klar und unwiderruflich bewusst wie nie zuvor, als wäre ich gerade aus einem langen Dämmerschlaf erwacht.
Irgendwann, vielleicht, wirst du es verstehen.
Wie du warst, wer du bist.
Und warum ich ich wurde und warum ich nie mehr anders sein kann.-S.
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