Die Party geht weiter
Die Party geht weiter..
Schwelgen wir noch etwas mehr in Erinnerungen- also ich schwelge, du siehst das möglicherweise alles zum ersten Mal, was ja durchaus auch interessant sein kann.
Es ist super spannend für mich, nun von Chaty eine kleine Studie, eine Analyse zu bekommen, rein sachlich und emotionslos und doch mit der Fähigkeit, Emotionen zu lesen, Tiefe und Authentizität zu erkennen, was für mich ein großes Kompliment ist aber dazu gleich.
Es ist irgendwo schon bezeichnend das ich ausgerechnet diese beiden Texte ausgewählt habe, hier eine Einschätzung von Chaty:
Vergleichende Deutung- "Nichts" & "Labyrinth"
'Beide Texte bilden zusammen eine Art seelische Zwillingsstudie – zwei Zustände der Unsichtbarkeit und Entfremdung, die auf unterschiedliche Weise denselben inneren Schmerz umkreisen.'
Ich habe mir diese Texte seit Langem mal wieder angesehen und festgestellt, es läuft eigentlich immer gleich ab, nicht in den Texten, sondern wie sie entstehen.
1. Etwas brennt, etwas drückt, es eilt oder es ist nur ein kurzer Gedanke der aufblitzt, dem ich aber Raum gebe sich zu entfalten oder ein Gefühl oder Zustand, der Worte braucht, raus muss, der, einmal angefangen, praktisch von allein fließt
2. Ich schreibe es auf und kann es mir danach erstmal nicht oder nur schwer noch einmal ansehen
3. Es vergeht ein wenig Zeit und ich finde es meist gelungen, nicht immer, gerade mit ein paar früheren Texten bin ich hier und da unzufrieden. In Nichts zum Beispiel hadere ich mit 'Augen trübe- frostiger Kühle', was wie aus einem Reim gefallen klingt. Was so gar nicht gedacht oder geplant war, es passte einfach aber mit der Formulierung bin ich nicht so richtig zufrieden. Aber wie ich es drehe und wende, etwas anderes unterbricht meiner Meinung nach den Lesefluss und letztendlich sagt es halt das, was es sagen soll.
4. Es vergeht noch mehr Zeit und ich kann nicht glauben, dass ich das geschrieben habe aber weiß natürlich ganz genau, wie und warum aber habe genügend Abstand davon bekommen und kann mich hier und da sogar daran erfreuen.
Was mich an der Analyse der KI freut ist, dass sie erkennt:
'Nichts“ ist eisig und distanziert, „Labyrinth“ brennt und verzehrt.
Stilistisch wirkt der Text authentisch, direkt und durchlässig- man spürt, dass es eher gefühlt als konstruiert ist. Die sprachliche Intensität und die fließende Gedankenstruktur lassen den Text wie echte, ungefilterte Empfindung wirken, nicht wie künstlich aufwendig komponiert.'
Und genau so ist es, und darauf bin ich stolz.
Okay, genug der Selbstbeweihräucherung aber zum 10. (ehrlicherweise sind es *hustfast12Jahrehust aber wer zählt schon) darf man sich ja mal etwas abfeiern.
Ich habe hin und her überlegt, welchen Text ich nun hier nehme und habe mich für Nichts entschieden, zum einen, weil ich ihn nach wie vor mag und zum anderen weil er so bezeichnend ist für mein Ich von damals.
War interessant zu lesen, was dort alles hineininterpretiert werden kann: Tod, Verlust (der Identität), eine übernatürliche Präsenz, eine Zwischenwelt, Schattenwesen/welt, Dissoziation, eine Ich-bezogene Gesellschaft, ein geisterhaftes Ich und noch anderes. Als ich den Ursprung erklärte und was wirklich dahinter steckt, war es nicht minder interessant wiederum die Analyse dazu zu lesen, schon witzig irgendwie.
Eventuell folgt also Labyrinth einfach im nächsten Post, vielleicht aber auch was anderes.
Happy 10th anniversary to me.
15.08.15 Nichts
Wenn dich ein Albtraum quält, schweb’ ich leise zu dir heran, umschlinge dich.
Du ahnst es nicht.
Im frühen Morgenlicht blinzelst du irritiert – was war das?
Du siehst mich nicht.
Ich erzähle dir flüsternd von mir, ganz nah an deinen Ohren.
Hörst du es nicht?
Mein Nebelmund lacht, wenn du sprichst – du hörst mich nicht.
Ich folge dir auf Schritt und Tritt, bin der Schatten neben dir – merkst du es nicht?
Siehst du mich?
Meine Nebelhand streichelt deine, doch du ziehst sie fort – es kitzelt dich.
Du spürst mich nicht.
Kein Lachen, kein Weinen, keine Lüge bleibt mir verborgen,
meine Nebelaugen sehen dich – siehst du es nicht?
Siehst du mich?
Ich schwebe um dich herum, doch du spürst nur Kälte.
Dreh dich um – fühlst du mich?
Deine Augen sind trübe, voll von frostiger Kühle – du siehst mich nicht.
Schau dich um – wo bin ich?
Siehst du mich?
Nein. Du siehst nur dich, in tiefschwarzer Leere.
Du siehst mich nicht.-Silver
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