Schlaflos

                     ◇

Eine weitere schlaflose Nacht.
Die Stunden fliegen vorüber, während der Mond geradezu gemächlich seine Position am sternenklaren Nachthimmel wechselt.
Wann ist es eigentlich Winter geworden?
Die Kälte dringt durchs geschlossene Fenster, ich spüre sie an meinen nackten Beinen, obwohl ich nicht direkt vorm Fenster stehe. Ich gehe einen Schritt nach vorn, der Kälte entgegen.
Mein Geist kommt nicht zur Ruhe.
Ein Gedanke folgt auf den nächsten.
Mir ist zu warm, kalt, nicht kalt genug. Also lese ich und schreibe und esse Avocadotoast. Lecker.
Um 4 Uhr morgens kann man auch schon mal einen Kaffee trinken, ist eh koffeinfreier, was absolut keinen Unterschied macht.
Würde ich einen Faden an meine Gedanken knüpfen, hätte ich nach zwanzig Minuten ein endloses Gewirr, ein Durcheinander aus rotem Faden, das nirgendwo beginnt und nirgendwo endet. Könnte ich diesen nervigen Faden durchschneiden, ich würde es tun. Lass mich doch einfach schlafen– bat sie lautlos, an niemand Besonderen gerichtet.
Aber selbst wenn ich schlafe, geht es in meinen Träumen weiter. Ein wildes, schier endloses Abenteuer, was mich genauso erschöpft, als wäre ich gerade einen Marathon gelaufen, quer durch die Nacht.
Ich nehme einen Schluck von meinem – mittlerweile kalten – Kaffee.
6:23 Uhr.
Es rauscht in meinen Ohren, der Morgen bricht an.-S.

Kommentare

  1. Hallo Silver,
    sehr schön geschrieben. Ich kenne das Gefühl, wenn das Gedankenkarussell einfach nicht stehen bleiben will. Und ich kenne diese Momente, wenn die Gedanken einem den Schlaf rauben.

    Ich danke dir für diesen stimmungsvollen Text. Du hast die Emotionen sehr gut eingefangen.

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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    1. Vielen Dank liebe Tanja, das freut mich:)

      Liebe Grüße,
      Silver

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  2. Ja, das ist quälend, keinen Schlaf zu finden, weil die Gedanken Achterbahn fahren. Sie wollen einfach nicht aufhören, verzetteln sich tausendfach, erschöpfen, und doch aufputschend sind. Ich ziehe mich dann einfach an und gehe eine Runde...
    Gern gelesen hab ichs.
    Herzlichst, Edith

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    1. Danke Edith:)
      Ja, ein bisschen frische Luft schnappen hilft manchmal, allerdings bin ich in der Stadt ungern um 4 Uhr morgens draußen. Wenn ich es vermeiden kann, vermeide ich es. Aber das ist wieder ein anderes Thema.
      Mittlerweile konnte ich schlafen aber dann hat mich eine Erkältung zerlegt, da kann ich auch oft nur abgehackt schlafen:(

      Eine schöne, gesunde Woche wünsche ich dir:)

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    2. Diese Erkältung habe ich hinter mir, schon Wochen, doch der Husten blieb. Er hält sich, als wär ich sein Zuhause, lach...
      Dir recht baldige Genesung
      von Herzen gewünscht von mir.

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