Monster 2

Wahre Monster sind selten zu erkennen.
Sie verbergen sich hinter einem Lächeln und Charme, spielen, als gehörten sie hierher.
Wenn du unvorsichtig bist und für einen Moment dein Schild senkst, fehlt plötzlich etwas.
Du weißt nicht genau, was.
Erst später merkst du, dass es dein Arm war und dass du hineingestoßen wurdest, an einen Ort, der nicht benannt werden muss, um verstanden zu werden.
Es macht dich fast wahnsinnig zu erfahren, wie seelenruhig sie schlummern können,
als wäre nichts geschehen,
als könnte selbst Satan höchstpersönlich ihnen nichts anhaben.

Die Gedanken brennen heiß in meinem Kopf.
Flucht oder Kampf – mein Körper entscheidet sich dafür, zu Eis zu erstarren.
Eine meterdicke Eisschicht, der selbst Jahrhunderte nichts anhaben könnten.
Was anfangs wie ein erdrückendes Gewicht wirkte, wurde zur Ordnung.
Zu
Frieden.

Die Spuren leuchten rot auf mir wie Brandmale.
Keine Hände haben sie gezeichnet; es waren gellende Worte und Tatenlosigkeit, die etwas Endgültiges hatten.
Für dich sind die Spuren unsichtbar.
Für mich sind sie Gesetz.
Sie haben sich in meine Haut geätzt,
sie schreien lautlos, aber schmerzhaft.
In meinem eisigen Kokon wurde die Metamorphose vollzogen.
Du würdest es 
kaltblütig nennen.

Monster sind grausam, aber leicht zu durchschauen.
Selbst der Teufel hat eine Mission.
Es ist die Unberechenbarkeit,
die sinnlose Boshaftigkeit,
die fehlende Tiefe,
vor der mir graut.

Es sind jene, die sich als Menschen verkleiden,
die ich mehr fürchte als den Tod.-S.

 

Kommentare

  1. Wow, Silver, sehr berührend und bildhaft geschrieben!

    Ja, du hast Recht: "Monster" tarnen sich oft recht gut. Meist erscheinen sie auf den ersten Blick sehr sympathisch und wirken interessant. Und dann schlagen sie zu.

    Mal wieder ein sehr guter Text von dir.

    Ich wünsche dir einen entspannten Sonntag.

    Liebe Grüße
    Tanja :o)

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