Es gibt eine plausible Erklärung für das alles hier, leider reicht der Platz nicht, sonst wäre die Überschrift ja viel viel zu lang außerdem habe ich jetzt Kopfschmerzen von dem ganzen Geschreibe

Ich sehe mich um und bin genervt.
Genervt aber nicht genervt genug oder einfach zu erschöpft um etwas daran zu ändern, an dem, was mich nervt.
Die Kommode ist kaum noch als solche zu identifizieren, die Sachen die da draufliegen sind zu einem einzigen Haufen aus Zeug verschmolzen, woraus genau lässt sich schwer sagen.
Zettel, Gebrauchsanleitungen, Kabel, Kleingeld, ein Pulswärmer, Stifte. Um ein paar zu nennen.
Davor steht ein Wäscheständer, ich hasse Wäscheständer in der Wohnung aber extra mit dem Haufen halbnasser Wäsche in den Keller zu laufen (astronomisch hohes Stockwerk ohne Fahrstuhl, hatte ich erwähnt dass ich Schmerzen im Knie habe?)- ne, das wird nicht passieren.
Die Wäsche wird bis zum get no geschleudert und Dank der jede Feuchtigkeit vernichtenden Heizungsluft (brr es wäre sonst arschkalt hier) trocknet sie schnell.
Tja, nun liegen drei verschiedene fertige Wäschehäufchen auf dem Wäscheständer aber ich habe ehrlich keine Kraft, die wegzuräumen.
Denn- wer hätte es gedacht- auch das Regal, das eine Klamottenaufbewahrung aka Kleiderschrank (kind of) ist, ist durcheinander.
Man kann sich den Spaß vorstellen, dort irgendwas identifizieren zu wollen, wenn 90% meiner gesamten Klamotten aus Schwarz besteht.
Meine Hanteln fangen an einzustauben.
Es macht nur halb soviel Spaß diese zu benutzen wenn man das Handy auf den fertigen Wäscheberg stellt und 10-Minuten-Hantelworkouts macht- wenn man es vor dem Wäscheständer macht. Und dann noch den Sessel im Nacken, wo nochmal ein ähnliches Grauen auf mich wartet, wie schon auf der Kommode, dem Regal und wie bereits erwähnt, dem Wäscheständer, der nun eine Ablagefläche und Workouthelfer ist.
Die Yogamatte, auf der alles gemacht wird außer Yoga (hey nein, das nicht, also bitte!) ist vermutlich schon mit dem Boden verwachsen.
Warum soll ich sie mühsam einrollen wenn ich doch vielleicht morgen, übermorgen oder nächste Woche wieder die Hanteln darauf schwinge.
Leben besteht aus einer abartig hohen Frequenz an Wiederholungen, bricht die ein, herrscht direkt Chaos, das muss irgendeinem Naturgesetz unterliegen, so wie es bei Gewitter donnert oder das Waldmeistergeschmack lecker ist oder dem Würgereflex.
Alles ödet mich an, außer meine Bilder, die gefallen mir.
Sie sind größtenteils schwarzweiß.
Auf dem einen großen Bild liest eine Frau eine Zeitung (sie hält sie vor ihr Gesicht) und trinkt einen Espresso. Morgens sitzen wir zusammen und ich schaue sie an oder besser gesagt, diese riesige Zeitung vor ihrem Gesicht und wir trinken zusammen unseren Kaffee. Passenderweise steht auf der Zeitung:
'Après les années de désordre', was man mit 'Nach Jahren der Unordnung'  übersetzen kann.
Witzig.
Ich mag das Bild.
Oder die anderen. Das Weiße Kaninchen steht an der selben Stelle, wie schon vor ein paar Jahren, und schaut noch immer besorgt auf seine Taschenuhr.
Ich habe noch ein weiteres Bild mit dem Weißen Kaninchen, wie es, in schicke Klamotten gehüllt, in äußerst menschlicher Form gegen ein Auto gelehnt steht. No follow the White Rabbit steht da.
Ich liebe dieses Bild aber würde gern das 'no' bei no follow mit einem weißen Edding durchstreichen, denn natürlich würde ich dem Weißen Kaninchen (Märzhasen) jederzeit und überallhin folgen.
Ich schaue ins Grau draußen vorm Fenster und frage mich, ob es neblig ist oder ob der diesige Schleier, der meine Augen trübt, aus meinem Innern nach außen dringt.
Es zieht mich vor die Tür.
Ich kann mein Glück kaum fassen denn es hat einfach nochmal geschneit. Ja ja, der blöde Schnee und Matsch und glatt und meh- aber wer weiß denn wie viele Schneetage wir überhaupt noch bekommen. Ich nehme daher jeden einzelnen dankend entgegen.
Winterklamotten sind übel umständlich anzuziehen aber erfrieren möchte ich auch nicht.
Ich schleppe mich nach unten.
Nebel, Schnee und Eis sind nun meine Welt, mein Lebenselixir. Ich verfalle kurz in Verzweiflung beim Gedanken an den heißen Sommer, Mückenschwärme und endlose Helligkeit; im Grunde kann man mich von Mai bis Oktober in den Schrank hängen wie einen Wollpullover.
Ich stopfe meine Hände in die Taschen meiner Jacke und sauge den Winter in mich auf.
Wie wäre es mit Schnee im Juli, denke ich, denn ich muss doch glatt lächeln als ich durch eine weiße Welt dahinspaziere.-S.


     

Kommentare

  1. Solche Zeiten des Chaos habe ich auch hinter mir, lächel. Mich stärkte dann immer der Spruch: Wer das Chaos nicht liebt, ist nur zu faul zum Suchen.
    Jetzt geht das nicht mehr, ich pflege ja meinen Mann, da muss einfach Ordnung herrschen. Und dafür habe ich mir nun einen neuen Satz ausgedacht: Was du in der Hand hältst, lass es nicht einfach an Ort und Stelle fallen, gib es dorthin, wohin es gehört.
    Ich mochte schon immer solche dämlichen Eselsbrücken, lach, nie dachte ich, dass sie bei mir mal zum Einsatz kommen.
    Liebe Silver, auch du wirst es schaffen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Dann gehts Aufräumen ganz schnell, glaub mir. Nur wer innerlich bereit ist, kann es auch äußerlich sein (meine Güte, noch so ein Spruch!!!)
    Dir alles Liebe, wobei auch immer
    mit lieben Grüßen von mir zu dir.

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  2. Hallo Silver

    Wie schön geschrieben (und auch ein sehr schönes Bild)! :)
    Oh ja, die Unordnung! Ich musste in den letzten Wochen für meine letzten Klausuren lernen und bin dabei auch im Chaos versunken. Gerade das mit der Wäsche kann ich zutiefst nachempfinden. Meine Klamotten, die zum Beispiel gewaschen werden müssen, werden einfach nie weniger (purer Hass).

    Bei mir hatte es Anfang der Woche auch geschneit, und der Schnee ist für einen Tag liegen geblieben. Ich mag Schnee auch total. Ich finde es einfach so faszinierend, dass das winzige Kristalle sind :) Ich schaue sie mir auch total gern an Autoscheiben an :D Ich stimme dir mit dem „Wir wissen nicht, wie lange wir noch Schnee haben“ zu, weil ich daran auch oft denken muss, wenn der Schnee mal länger liegen bleibt …

    Ich wünsche dir noch einen schönen Tag und dass deine Kopfschmerzen schnell weggehen und du das Chaos bzw. das, was dich stört, besänftigen kannst.

    Viele liebe Grüße,
    Yara

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    1. Vielen Dank♡
      Oha, ja dann wünsche ich dir ganz viel Erfolg für die Klausuren!
      Dann hast du wenigstens einen Grund für dein Chaos.
      Grundloses Chaos- wobei es nicht wirklich grundlos ist wenn man niedergeschlagen oder depressiv ist- ist so anstrengend:(

      Der Schnee ist futsch, die Kälte dahin, na ja, Frühling kann auch schön sein:)

      Liebe Grüße❤️

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    2. Für Chaos muss es nicht immer einen Grund geben. Jeder trägt sein eigenes Päckchen mit sich, da muss man sich nicht noch vergleichen, ob sein eigenes Chaos "gerechtfertigt" ist. Manchmal ist es okay, wenn man nur durchhält und nicht mehr schafft. ❤️

      Ja, der Frühling kann wirklich auch sehr schön sein. Ich hoffe, dass der Frühling dir ein bisschen Wärme mitbringt :)

      Liebe Grüße,
      Yara

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    3. Hello,
      ja da hast du natürlich recht, es sind halt negative Glaubenssätze die kicken. Dass man nicht 'einfach' krank, überfordert, müde, erschöpft sein darf/durfte, ich hatte mich halt nie zu beklagen, krank sein hat genervt. Ist nicht leicht davon loszukommen.
      Hoffe du hast die Klausuren gut geschafft.

      Liebe Grüße ♡

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  3. Hallo Silver,
    ich kenne das Problem mit dem Chaos. Manche Dinge vernachlässigt man, weil es eben gerade nicht passt oder auch langfristig nicht passt. Und dann sieht man plötzlich, dass es so viel geworden ist, dass das Herangehen umso schwerer wird ...

    Und auch die Sache mit dem Wetter kann ich gut nachvollziehen. Mein Liebster Monat ist der Herbst. Ich mag die Gemütlichkeit, die damit einhergeht und die (Vor-)Freude auf den Winter. Ich mag die dunklen Tage und auch die Kälte, die der Winter mit sich bringt. Aber ich muss auch zugeben, dass ich die ersten frühlingshaften Tage gerade sehr genossen habe. Den Sommer mit den heißen Temperaturen kann ich auch nicht gut ab. Wenn es sich nachts auch nicht mehr abkühlt. Gar nicht meins.

    Ich wünsche dir einen schönen Start ins Wochenende.

    Liebe Grüße
    Tanja

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    1. Danke Tanja:)
      Ja, kann ich alles mehr als nachvollziehen mit dem Wetter.
      Was tatsächlich -zumindest mir- etwas hilft ist eine kühlende Bettdecke.
      Sonst drehe ich 100mal pro Nacht die Decke um, um unter der kühlen Seite zu sein und mit einer kühlende Decke ist es weitaus weniger, ich schlafe besser.
      Vielleicht würde dir das ja auch etwas helfen, wenn da überhaupt ein Problem vorliegt^^

      Das Chaos wird nach und nach abgearbeitet, das im Kopf, keine Ahnung, wird auch schon noch.

      Liebe Grüße:)

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    2. Hallo Silver,
      ich danke dir für den Tipp mit der Decke. Es ist aber auch die Luft im Allgemeinen. Wenn man irgendwie das Gefühl hat, dass es gar nicht mehr kühler wird. Selbst in der Nacht ist es noch heiß ... das kann ich so gar nicht ab. Ich fühle mich dann oft auch total ausgelaugt und sehr unmotiviert. Aber so ist das eben. Auf jeden Sommer folgt ja ... - ein Glück - auch wieder ein Herbst ;o)))))))

      Die Psyche ist eben sehr komplex. Manche Dinge kann man bewusst lenken, manchmal geht das eben auch nicht. Wichtig ist, so glaube ich, dass man in Krisenzeiten nicht vergisst, dass es auch wieder gute Tage geben wird.

      Ich wünsche dir einen schönen Start in das Wochenende.

      Ganz liebe Grüße
      Tanja :o)

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    3. Verstehe, dass die Hitze nicht aufhört und auch Nachts mit aufgerissenem Fenster null Abkühlung kommt, das mag ich auch gar nicht.
      Ist halt ein Unterschied ob es schön warm ist oder Endzeitstimmungshitze einen überrollt und jede Energie zu Staub zerfällt.
      Ich beobachte regelmäßig, dass den Menschen diese Hitze auch einfach nicht gut tut.
      Nicht nur Herz-Kreislaufmäßig, es kippt relativ schnell und Leute sind so unterschwellig aggressiv, die Zündschnur wird immer kürzer.

      Oh ja, ich freue mich jetzt schon auf den Herbst. Ich las neulich einen Thread wo stand, jetzt ist wieder die Zeit bis zum Sommer, wo man jeden Tag die falsche Jacke anhat, hehe

      Das klingt immer wie ne abgedrosche Phrase aber es stimmt tatsächlich, nach Stürmen und Regen habe ich den schönsten Morgen erlebt, das übertrage ich gerne in die mentale Welt.

      Auf kühle Nächte,
      Liebe Grüße:)

      Löschen
    4. Verstehe, dass die Hitze nicht aufhört und auch Nachts mit aufgerissenem Fenster null Abkühlung kommt, das mag ich auch gar nicht.
      Ist halt ein Unterschied ob es schön warm ist oder Endzeitstimmungshitze einen überrollt und jede Energie zu Staub zerfällt.
      Ich beobachte regelmäßig, dass den Menschen diese Hitze auch einfach nicht gut tut.
      Nicht nur Herz-Kreislaufmäßig, es kippt relativ schnell und Leute sind so unterschwellig aggressiv, die Zündschnur wird immer kürzer.

      Oh ja, ich freue mich jetzt schon auf den Herbst. Ich las neulich einen Thread wo stand, jetzt ist wieder die Zeit bis zum Sommer, wo man jeden Tag die falsche Jacke anhat, hehe

      Das klingt immer wie ne abgedrosche Phrase aber es stimmt tatsächlich, nach Stürmen und Regen habe ich den schönsten Morgen erlebt, das übertrage ich gerne in die mentale Welt.

      Auf kühle Nächte,
      Liebe Grüße:)

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