Im blauen Zimmer

Ich drehte mich einmal um meine eigene Achse und das Blau meines Zimmers verschwamm für einen Augenblick. 
Ich wollte das Meer um mich haben.
Aber vielleicht war es auch der Himmel, der mir fehlte.
Ich drehte mich noch einmal, weil mir plötzlich bewusst wurde, dass ich niemanden hatte.
Absolut niemanden.
Und ich wusste nicht, wie ich darauf reagieren sollte.
Warum traf es mich jetzt so hart, wo ich vorher nie daran dachte?
Dieses hohle Gefühl—
als wäre das, was dort im blauen Zimmer Pirouetten drehte, längst nur noch eine zurückgelassene Hülle.
Das aufgesetzte Pokerface.
Das antrainierte Jokergrinsen.
Sie verdrängten zu gut, was weh tat.
Stich um Stich um Stich.
Ein Nadelkissen aus Fleisch.
Ein perforierter Geist.-S.

Kommentare

  1. Hallo Silver,
    wow, was für ein Beitrag. Es startet alles so schön, so liebenswert, so voller Hoffnung und dann schleicht sich erst die Traurigkeit und schließlich die Dunkelheit ein.

    Danke, dass du diesen Text hier geteilt hast.

    Liebe Grüße
    Tanja

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    1. Liebe Tanja,
      Danke, freut mich, dass dir dieser Text gefällt.
      Tja, so ist das, dunkle Erinnerungen.

      Liebe Grüße,
      Silver

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  2. Liebe Silver, als kleiner Trost, du hast uns, lächel. Ich kann dies schreiben, weil es mir gerade auch viel Kraft gibt, hier Menschen zu finden, die Gedanken teilen, sie wahrnehmen, sich dafür öffnen.
    Ein kleiner Grußanfang sozusagen von mir für dich,
    herzlich, Edith

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    1. Liebe Edith,
      Vielen Dank,
      ja, eine virtuelle Gruppe lieber Menschen zu haben ist schon ganz nett:)

      Liebe Grüße,
      Schön dass du wieder da bist:)

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  3. Hey Silver,

    Dein Text ist gleichzeitig wunderschön und richtig traurig.
    „Ein perforierter Geist“ ist total stark formuliert, und bleibt irgendwie hängen. ❤️

    Liebe Grüße,
    Yara

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