Eine Teegesellschaft

Lange war ich an diesen Ort gebunden wie ein verirrter Geist. 
Ich war an den Ort gebunden und der Schmerz an mich, tief und blühend wie Galanthus.
Der Ort war weder hell noch warm; eine einladende Teegesellschaft im Madness-Club, wo reden verboten ist, verkleidet mit Zierdeckchen und weißem Porzellan, in der guten Stube, wo Zeit träge von den Wänden tropft und die Schallplatte eine verzweifelte Melodie leiert.
Ich lächelte wie der verrückte Hutmacher und mit jeder unnachgiebigen Stunde vergaß ich ein weiteres Stück von mir bis nur noch mein gefrorenes Grinsen übrig bieb.
Die Gesellschaft haftete an mir, starr und blutig, wie eine einzige Wunde; blühender Schmerz, der mich Stück für Stück zerteilte.
Ich duckte mich weg, versammelte alles was ich von mir finden konnte unter einem silbernen Namen; meine wohlige, gläserne Rüstung, die so gut passte und mich langsam aber schief zusammenzusetzen vermochte.-S.

Kommentare

  1. Oh, Silver, was für ein Text!

    Mit deinen Worten zu der Teegesellschaft und zum Hutmacher hast du bei mir direkt Bilder vor Augen geschürt. Du solltest wirklich mal eine düstere Adaption vom Wunderland schreiben. Alleine dieser Textschnipsel würde mich das Buch schon kaufen lassen.

    Aber natürlich steckt auch noch eine tiefere Botschaft dahinter. Du lässt tief blicken und berührst mit den Worten.

    Ich danke dir, dass du diesen Text hier geteilt hast.

    Liebe Grüße
    Tanja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und ich danke dir fürs Gedanken machen, *Freude!!

      Haha, Danke, aber ob ich das mit der düsteren Teegesellschaft hinbekommen würde steht in den Sternen :o

      Einen schönen Sonntag noch:)

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts