Kein Entkommen
Komm schon, du kannst nicht abstreiten, dass ich ein friedliebender Mensch bin.
Ich habe Geduld und kann Fehler verzeihen, manchmal mehr als manche verdienen.
Ich verurteile dich nicht für das, was du bist, meine Toleranzgrenze ist größer als du denkst. Ich bin doch wirklich nett und zugewandt, oder nicht?
Ich provoziere nicht aus Spaß oder zündel an heiklen Stellen und schaue dann in perverser Freude zu wie es brennt.
Aber du, du schaffst es, dass ich mich in ein tollwütiges Monster verwandle und gnadenlos alles, was dich betrifft, was aus deinem Mund kommt, deine Haltung, deine ganze Präsenz, in Stücke reiße.
Meine Geduld ist am Ende, mein Verständnis verpufft, mein Urteil ist unumkehrbar und ich schwinge den Hammer erbarmungslos und hart – du kommst nicht mehr so einfach davon.
Es gibt nichts mehr was uns noch verbindet, außer eine Vergangenheit, die nicht so schön für mich war wie du mir einzureden versuchst.
Male, erzähle, baue sie neu wenn du dich damit besser fühlst.
Tief in dir weißt du genau was du getan hast, warum ich so wütend bin.
Und ich bin wütend, so sehr, dass du geschockt vor mir zurückweichst und dir das kleine Mädchen zurückwünschst, die mit den großen blauen Augen und dem verschmitzten Lächeln.
Du kannst nicht glauben, dass das Lächeln verrutschte und beinahe erstarb, dass in diesen Augen fast der Glanz erloschen wäre.
Dort ist jetzt ein Feuer, an dem du dich nur verbrennen kannst.
Du klammerst dich an ein Früher, das nicht meins war und kannst immer nur die Uno-Reverse Karte spielen aber der Spielzug ist sinnlos, wirkungslos. Denn ich habe dir nichts getan.
Du stehst nun vor dem, was du heraufbeschworen hast.
Wir müssen alle irgendwann Zeugnis ablegen und jetzt bin ich dein Richter und Henker in Einem.
Also, möchtest du es langsam hinauszögern oder kurz und schmerzlos? Das Ergebnis wird sich nicht ändern.
Nein, du entkommst mir nicht.-S.
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